Chronik 2000 - 2001

 

Um dem Vorwurf zu entgehen, die Chronik sei Ausdruck einer spitzen Zunge, wird sich der Chronist nach Möglichkeit einer stumpfen Sprache und einer kurzen Berichterstattung befleißigen und die Ereignisse des vergangenen Vereinsjahres beschreiben mit den Worten: ‚Hür wia fern’. Danke.

Mit wenigen Ausnahmen sind es immer wieder die gleichen Anlässe, die der Chor wahrzunehmen hat. Nur die Daten ändern sich etwas von Jahr zu Jahr.

 

25.11.2000 136. Jahreshauptversammlung

Stattgefunden - im Hotel Freschen um 19 Uhr. Die einzelnen Berichte wurden zur Kenntnis genommen (hür wia fern).

Kassastand, Probenbesuch, Mitgliederwerbung könnten besser sein (h.w.f.) Neuerlich ist beim Probenbesuch ein Rückgang zu verzeichnen.

12 Zinnbecher konnten an fleißige Probenbesucher vergeben werden. Geehrt wurden nachträglich durch den Chorverband Manfred Neyer und Kurt Kielwein für 40 Jahre und Hans Frick, Hartmuth Förster u. Hans Reinthaler für 25 Jahre Chorgesang.  Otto Marte wurde die Ehrung für 40jährige Vereinszugehörigkeit zur rechten Zeit zuteil und erhielt vom Chorverband das goldene Abzeichen und Urkunde. Vom Liederkranz erhielt er den Zinnteller.

Vorstand Werner Kopf erhielt aus den Händen von Bgm. Hans Kohler das goldene Funktionärsabzeichen der Marktgemeinde samt Urkunde und Medaille.  Höhepunkt der Ehrungen u. somit der gesamten JHV war die Ernennung von Sbr. Hugo Knecht zum Ehrenmitglied. Vorstand Werner Kopf überreichte die von Josef Hofer gestaltete Urkunde und verband mit dem Glückwunsch den Dank für die vielen Tätigkeiten des Jubilars zum Wohle des Vereines. Bgm.Hans Kohler und Gerd Prange vom Chorverband waren die ersten Gratulanten.

Hugo Knecht machte die Ehrung sichtlich Freude, meinte aber:

‘ do heat ma mr a ghörigs Ei gleht’.

 

2.12.2000   Ausflug nach Rothenburg ob der Tauber

Statt eines Nikolo - Preisjassens organisierte der Tafelmeister Helmut Hagspiel eine Fahrt in das ganzjährig vorweihnachtliche Rothenburg ob der Tauber. Stadtführung in 2 Gruppen, Besichtigung des Kriminalmuseums - von den meisten Frauen gespritzt - und Bummel durch die vielen Gassen, wo an dutzenden Ständen Weihnachtsbäckereien, Christbaumschmuck und natürlich reichlich Glühweinangeboten wurde. Wer dem Gedränge entfliehen wollte, konnte geruhsam einen Spaziergang auf der mittelalterlichen Stadtmauer (gratis) oder die Besichtigung des Riemenschneider-Altares mit beinahe lebensgroßen Figuren im Dom (mit Eintritt)vornehmen. Wer in den übervollen Gaststätten einen Sitzplatz ergattern konnte, durfte auch Mittagessen. Wer keinen guten Orientierungssinn sein eigen nennen konnte, hatte bei der einbrechenden Dunkelheit einige Schwierigkeit, auf dem mit unzähligen Bussen überfüllten Parkplatz das richtige Gefährt für die Heimfahrt zu finden.

 

26.12.2000  Weihnachtskonzert

Huber Allgäuer, der sichtlich bzw. hörbar um Gesangskultur und differenzierte Gestaltung bemüht ist, hatte ein abwechslungsreiches Konzertprogramm zusammengestellt. So durfte man sich einerseits an bekannten, schlichten Weisen erfreuen, da erfüllten aber auch mächtige Klänge klassischer Chöre den Kirchenraum. Die Auswahl von drei Spirituals (das bekannte Oh Happy Day mit dem vereinseigenen Bariton-Solisten Adolf Burtscher) zeigt, dass dieser Männerchor der breiten Palette der verschiedenen Musikgattungen durchaus offen gegenübersteht. Soweit wörtlich ein Auszug aus der "Heimat" vom 18.1.2001. Auch der Presse - wer auch immer für das Elaborat verantwortlich ist - ist es nicht verborgen geblieben, dass es unserem Chormeister immer wieder gelingt, eine Steigerung in den Konzertprogrammen zu erreichen und sogar die Sänger zu motivieren, sich dem Niveau in etwa gewachsen zu zeigen. Hoffentlich gelingt dies auch beim kommenden Herbstkonzert.

 

5.2.2001   Gedächtnisgottesdienst

Sonntag 11 Uhr in der Basilika. Die Kritik würde weniger lobend ausfallen wie beim Weihnachtskonzert. Aber immerhin:  Numma wia fern!

 

20.2.2001 Schwartenmagenessen

Nach der Gesangsprobe im "Tüble".   Hür wia fern.

 

24.3.2001   Faschingsumzug

Nichtteilnahme am Umzug aber mit bester Bewirtung h.w.f.

 

31.3.2001   Flurreinigung

Müllbeseitung über Tillis, entlang der Nafla bzw Walgaustrasse.  Bier u. Schübling h.w.f.

 

1.6.2001 5ängerhochzeit

Nicht einmal ‚Hür wia vor fern’ kann diese Ereignis bezeichnet werden, denn die letzte Sängerhochzeit liegt schon Jahre zurück. Man kann nur gratulieren, dass sich Gerhard traute, sich mit seiner Braut trauen zu lassen. Die zuletzt eingetretenen Sänger waren bereits verheiratet und haben die Proben beim Liederkranz - ich will nicht sagen als Ausrede, die hat ein gestandener Ehemann nicht mehr nötig - dazu benutzt, um einmal in der Woche von zuhause fort zu kommen.

Beim Gerhard ist das nicht der Fall. Ihn kostet es jedes Mal eine große Überwindung, wenn er wegen der Gesangsprobe seine junge Frau verlassen muss.

Es ist üblich, dass die Sänger die Trauung eines Vereinsmitglieds musikalisch umrahmen. Dabei hat es sich diesmal gezeigt, dass der Notenwart zumindest den gleichen Stellenwert hat wie der Chormeister. Einmal im Jahr verschiebt Rudi einen Termin eigenmächtig um eine Woche und schon hapert es beim singen!

Der Einladung in den Freschen sind die Sänger gern u. dankbar nachgekommen. Dafür haben dann einige die Unaufmerksamkeit des Brautführers ausgenutzt und die Braut entführt! Über die Höhe des Lösegeldes wurde nicht bekannt. Die Braut soll aber wohlbehalten in Gerhards Arme gefunden haben.

Eine Randbemerkung:  die Forschung über die Verhaltensweise der Schnecken verlangt viel Geduld und ein gerüttelt Maß an Ausdauer. Konrad Lorenz hat die Graugänse jahrelang beobachtet.  Die paar Stunden wissenschaftlichen Forschens von Joseles Hans sind zumindest ebenso Nobelpreisverdächtig.   Um so mehr zeigt es von naturwissenschaftlichem Dilettantismus , wenn einige behaupten, der Josele hätte sich zu einem Wettlauf mit einer Weinbergschnecke im Weinberg unterhalb der Basilika verabredet.

 

9.6.2001 Singen im Herz-Jesu-Heim

Der ursprünglich auf den 5.Mai anberaumte Termin musste verschoben werden, ansonsten h.w.f.

 

23.6.2001   Ölz-Alpe

Familienausflug auf Einladung von Kathi u. Adam h.w.f.

Von den z. T. mehr oder weniger betagten Herren des Chores (so der Ausspruch des Chormeisters) haben es immerhin 4 geschafft, darunter Hubert Allgäuer (der auch schon den Twens entwachsen ist), die Alpe mittels Montainbikes über den Netschel zu erreichen. Dass sich fremde Leute unaufgefordert selbst bewirten , dann sogar ein ‚Dankeschön!’ schuldig bleiben, kommt anscheinend in besseren Kreisen vor.

 

30.6. 2001   Sängerfest Friedrichshafen

Nicht umsonst wurde geprobt:  ‚heut geht es an Bord’.  Um 13.Uhr 25 legte das Schiff vom Bregenzer Hafen ab mit Kurs Friedrichshafen. Empfang mit Blasmusik,  typisch Sängerfest. Erholen und Konzentrieren Auf der Strandpromenade. Einsingen in der Zeppelinhalle. Auftritt im Musikpavillon am See vor xx??? Zuhörern. Rückfahrt per Schiff u. letztem Zug. Ankunft nach Mitternacht bei Wolkenbruch.

 

3.7.2001 Serenade

Bei hochsommerlicher Temperatur wurde im Garten vom "Kreuzt’ zum 70ger von Sbr. Kurt Kielwein ein Ständchen gebracht. Für einige Sänger dauerte es bis zum frühen Morgen.

 

7.7.2001   Weinlehrpfad Berneck

Von der Traube in die Tonne,  aus der Tonne in das Fass und wie es weiter geht erfuhr man vom Weinpapst Indermauer auf seinem Weingut in Berneck. Nach einem Rundgang durch die Reben, wurde bei einer Winzerjause auch der Rebensaft verkostet. 

 

11.9.2001  Probenbeginn im neuen Vereinsjahr

 

6.10.2001   Singseminar

Der Termin für das Herbstkonzert rückt schnell näher.  von 14 bis 18 Uhr intensiv geprobt. h.w.f.

 

13.10.2001 Jahreshauptversammlung Chorverband Vbg.

Aus besonderem Anlass wird dies in der Vereinschronik vermerkt.:  Einer der Höhepunkte dieser Versammlung ist jeweils die Ehrung langjähriger Chormitglieder. Von unserem Verein war Sbg. Gebhard Hammerer für 50 Jahre Chorgesang vorgesehen und der entsprechende Antrag dem Chorverband zugegangen.

Unser Vorstand mit Begleitung, der zu Ehrende mit Gattin warteten vergeblich auf den Aufruf unseres Sbr. Gebhard.  Auf die Intervention von Vorstand Kopf hieß lakonisch, der Antrag sei nicht angekommen, obwohl der Ehrenantrag schon die Adresse durch den Verband vorgedruckt enthielt. Entsprechend groß war die Enttäuschung und Frau Hammerer reagierte ihre Wut ab, indem sie unseren Vorstand persönlich verantwortlich machte.

Es ist das 2. Mal innert kürzester Zeit, dass Ehrenanträge von unserem Verein nicht an die richtige Stelle gelangen. Vor zwei Jahren kam niemand vom Chorverband zu unserer Jahreshauptversammlung als 2 Sänger für 40 Jahre und 3 für 25 Jahre geehrt werden sollten. Diesmal fährt der Jubilar mit Gattin nach Lauterach, versäumt einen schönen Herbstnachmittag und, wie sich dann herausstellt,  umsonst. Gelinde ausgedrückt ist das ein Skandal.

 

Abschluss

Zum Abschluss möchte ich danken,  dem Vorstand Werner Kopf,  dem Chormeister Hubert Allgäuer,  dem Tafelmeister Helmut Hagspiel, die gemeinsam die Hauptlast der Vereinstätigkeit zu tragen haben. Nicht weniger den anderen Funktionären ob Archivar, Kassier Mitgliederwart, den Sängern, die sich bei den verschiedenen Veranstaltungen mit ihrem Einsatz für das Wohl des Vereins verdient gemacht haben und nicht zuletzt allen, die durch ihren Beitrag die Geselligkeit im Verein bereichert haben. Vielen Dank.

 

Rankweil, am 20.10.2001                                                                  Der Chronist Kielwein Kurt

 

 


 

 

 


Bericht des Chorleiters  Hubert Allgäuer

JHV des Liederkranzes Rankweil 20. Okt. 2001 - im Hotel Freschen

 

Liebe Sänger, geschätzte Ehrenmitglieder, werte Gäste!

Ich habe mich in meinem Bericht bemüht, primär die musikalischen Geschehnisse zu reflektieren, wie es sich für einen Chorleiter gehört. Schließlich gibt es noch einen Bericht des Vorstandes und einen solchen des Chronisten. Zum zweiten darf ich die besonders kritischen Dinge dem Nikolaus zukommen zu lassen, der für den 8. Dez. sein Kommen angesagt hat. Wenn also unser Bürgermeister - wie er letztes Mal meinte - sich an den spitzen Bemerkungen amüsieren möchte, so müsste er sich den Nikolaus-Termin freihalten.

So gesehen wird also mein Bericht - nachdem ja viel Negatives abgezogen werden kann positiver ausgefallen, als es der Liederkranz verdient.

Da gab es - sozusagen als "herausragendes" musikalisches Ereignis des vergangenen Vereinsjahres - das Weihnachtskonzert am Stephanstag, dem 26. Dez. 2000.

Zum einen bemühe ich mich bei der Programmgestaltung um einen guten Mix: Neben großen, festlichen Chören gab es volkstümliche Weihnachtslieder in schlichten Sätzen, aber auch moderne Gospels und Spirituals.

Zum anderen zeigt es sich wieder einmal, dass man sich bei der Auswahl der Mitwirkenden nicht allzu sehr vom Gedanken der Sparsamkeit leiten lassen darf. Eine gute Qualität hat ihren Preis und wird von den Zuhörern honoriert.

Es ist nämlich angenehm zu wissen, dass man sich auf die instrumentale Begleitung - in diesem Fall auf unseren (mittlerweile zum Haus- und Hofakkompagnisten avancierten) Michael Wocher verlassen kann. Und die Blockflötistin Dorit Wocher und die Sopranistin Birgit Plankel haben dem Konzert Glanzpunkte aufgesetzt, auch wenn sie bei der letzten Kantate von Telemann die zeitliche Vorgabe etwas überschritten haben. In zwei festlichen Chören haben sich Männerchor und Sopransolistin zu einem würdigen Höhepunkt zusammengetan: 1. im Chor 'Machet die Tore weit' v. Walter Schmid u. 2. und im Chor 'Dank sei dir, Herr' von G. Fr. Händel im Arr. v. Brettner.

Das Echo in den Medien war - wieder einmal - recht spärlich, aber gesamthaft betrachtet, darf das Konzert in die Kategorie "gelungen bis sehr gut" eingestuft werden - immer unter dem Aspekt, dass es in der Werteskala für mich auch noch ein ,,Ausgezeichnet" gibt. Den Zuhörern jedenfalls soll es - soweit man mir das zugetragen hat - gut gefallen haben.

Am 4. Feber d. J. haben wir den Gedächtnis-Gottesdienst um 11.00 Uhr in der Basilika gestaltet. Dieser Anlass ist und bleibt ein Fix-Termin. Die sonst obligate Messgestaltung im Landeskrankenhaus Valduna ist im letzten Jahr (wegen der personellen Veränderung in der Krankenseelsorge) ausnahmsweise entfallen, wir wollen uns aber in Zukunft wieder um einen Termin bemühen.

Dann war bis zum vorgesehenen Mai-Termin im Herz-Jesu-Heim ein gewisse Atempause eingekehrt, was leider auch viele Sänger - mit der Betonung auf 'Pause' - dazu nutzten, eine schöpferische Pause einzulegen und durch häufige Abwesenheit zu glänzen. Der Besuch im Frühjahr war verhältnismäßig schlecht und nicht sonderlich motivierend für einen Chorleiter. Dabei war doch jedem vernünftigen Menschen klar - und ich habe das in aller Deutlichkeit wiederholt zum Ausdruck gebracht - dass ab sofort auf das Herbstkonzert geprobt wird bzw. werden muss, auch und vor allem unter Berücksichtigung der lernpsychologisch doch sehr unterschiedlichen Auffassungsgaben der Sänger.

Zum anderen ist bzw. wäre eine solche Zeit, in der man nicht unter Druck steht (wie zur Zeit unmittelbar vor dem Herbstkonzert), bestens dazu geeignet, die geselligen Lieder zu pflegen: die alten, zersungenen (um nicht zu sagen verstegreiften) doch wieder einmal nach Noten richtig zu lernen - auch mit Rücksicht auf die neuen Sänger, die diese Lieder nicht kennen - und vielleicht wieder einmal ein-zwei neue Lieder hinzuzufügen.

Oder ist der doch recht mäßige Probenbesuch im Frühjahr darauf zurück zu führen, dass die Pensionisten so gerne in der Vor- und Nachsaison Urlaub machen bzw. das ganze Jahr über Urlaubszeit haben? Wäre da nicht das Problem Probelokal, mit dem wir mit dem Schulbetrieb verquickt sind, müsste man sich ernstlich überlegen, weshalb wir uns im Jahresablauf nach wie vor nach den Schulferien richten. Apropos Probelokal: Vielleicht kann unser Bürgermeister zu der Problematik Probelokal u. Miete einmal ein klärendes Wort sprechen.

Um im Jahresverlauf fortzufahren: Da ist das sog. 'Kleine Konzert' vom 9. Juni im Herz-Jesu-Heim zu nennen, ein Termin, den wir immer wieder gerne wahrnehmen.

Die zehn bunt gemischten Lieder waren recht flott, aber nicht annähernd so heiß wie die Raumtemperaturen und gesamthaft gesehen fast mikrig - verglichen mit der überreichlich gebotenen Labung, die die Sänger trotz bestem Willen nicht schafften.

Es zeigt sich in diesem Zusammenhang wieder einmal, dass wir uns bei Konzerten - bzw. generell bei allen Anlässen und Auftritten - über die Berichterstattung in den Medien etwas einfallen lassen bzw. aktiver werden müssen. Ich spreche nicht einer (bezahlten) Lobhudelei das Wort - einen Verriss wünschen wir uns natürlich auch nicht - aber dafür gab es bislang ja auch keinen Anlass. Es geht schlicht und einfach um mehr Medienpräsenz, und dazu zähle ich Berichte über die musikalischen und auch über die anderen Vereinsaktivitäten, besonders aber über Konzerte, und wäre es in Form einer Konzert-Kritik, dann allerdings von Leuten, die davon etwas verstehen und nicht nur die Programmabfolge in der Zeitung wiederholen. Bezeichnend waren außer Frage die paar wenigen unzusammenhängenden Zeilen über unser sog. 'Kleines Konzert' im Juni im Herz-Jesu-Heim in der VN.

Der Juni d. J. hatte es übrigens in sich. War das Frühjahr verhältnismäßig geruhsam, häuften sich vor der Sommerpause die Termine in einem Maße, als gälte es Versäumtes nachzuholen bzw. die Sänger auf ihre Strapazierfähigkeit zu testen. Manche Feste muss man feiern, wie sie fallen - und dazu zählte das Geburtstagsständchen für unseren 'KiIi' (Kielwein Kurt). Dass man sich gerne (mit Frau und Kind und Kegel) von Adam (Ölz) auf die 'Wüeste' einladen lässt, ist auch nur allzu verständlich, wusste man doch vom letzten Fest auf der Ölz-Alp, das übrigens nur ein Jahr zurücklag, wie man da von einem professionellen Team verwöhnt wird.

Und da hatte man sich auch noch zur Teilnahme am 'Internationalen Bodenseechorfest' am 30. Juni entschieden. Dass man für den Zweck rund 12 Stunden unterwegs war und um Mitternacht nach Hause kam, wurde mit einem schönen Nachmittag bzw. Abend vergolten.

Musikalisch gesehen ist allerdings das eingetreten, was ich befürchtet habe und vorher auch zu bedenken gab: Gewisse Chöre hatten den Vorzug, in Konzerträumen singen zu dürfen, andere sangen irgendwo auf der Uferpromenade; wir sangen unsere fünf Lieder in einem Musikpavillon auf der Uferpromenade - vor ein paar Sängerinnen und Sängern, die auf ihren Auftritt warteten o. diesen schon absolviert hatten und ein paar Spaziergängern.

Dass sich kein Verantwortlicher blicken ließ, um wenigstens im Vorbeigehen ein 'Grüß-Gott' zu sagen, war irgendwie symptomatisch für das ganze Unternehmen, bei dem es offensichtlich primär darum ging, sich ein paar hundert Sängerinnen und Sänger als obligate Konsumenten vor Ort zu bestellen und sie möglichst lange dort zu halten.

Überhaupt haben wir mit den offiziellen Organisationsstrukturen (und ich meine damit auch und vor allem den Vorarlberger Chorverband) in den letzten Jahren - vor allem aber in jüngster Vergangenheit - viele ärgerliche Erfahrungen gemacht. Dem Layout (das Wort Ästhetik wäre zu hoch gegriffen) der vom Chorverband vergebenen Urkunden nach zu schließen, muss sich da ein Anfänger auf dem PC versucht haben. Abgesehen davon waren letztes Mal auf zwei Urkunden die Eigennamen falsch geschrieben. Zur Korrektur (auf dem PC) brauchte man mehrere Monate. Negativer Höhepunkt war außer Frage die letzte Jahreshauptversammlung des Chorverbandes am 13. Oktober, bei der die erwartete Ehrung für unseren Sänger Gebhard Hammerer nicht stattfand, weil der ordnungsgemäß gemeldete Ehrungsantrag irgendwo verloren gegangen war. Es wäre an der Zeit, über die Sinnhaftigkeit einer weiteren Zugehörigkeit zum Chorverband nachzudenken. Das Akronym CV (für Chor-Verband) assoziieren mittlerweile viele mit Chaoten-Verband.

Ich komme zur Gegenwart:

Über den Probenbesuch wird unser Heinrich noch ausführlich berichten. Von meiner Warte aus dazu nur soviel: Der Rückgang von rund 1 % (von 78 % auf 77 %) ist zwar nicht dramatisch; was aber auffällt, ist auf der einen Seite die Tatsache, dass zahlreiche Sänger einen Zinnbecher für einen sehr guten Probenbesuch erhalten. Da ist aber auf der anderen Seite der Umstand, dass ein paar Sänger einen sehr "liederlichen" Probenbesuch aufweisen, der die Statistik ganz ordentlich beeinflusst, wenn man die Betreffenden nicht vorsichtshalber in die Kategorie "beurlaubt" einstuft.

Ich wiederhole zwei Wünsche. Als erstes möchte ich allen Sängern die Sorge um den Sängernachwuchs ans Herz gelegt haben. Die persönliche Werbung ist die erfolgreichste.

Und diesbezüglich hat sich im vergangenen Jahr Gott-sei-Dank doch etwas getan. Positiv zu vermerken ist die auffallende Verjüngung im 1. ersten Tenor. Hier hat in den letzten Jahren nicht nur ein Generationswechsel stattgefunden, sondern diese Stimme - sonst ein Sorgenkind fast aller Männerchöre - hat wieder an Glanz und Kraft gewonnen. Auch der zweite Bass steht (trotz des wesentlich höheren Altersdurchschnitts) an Fülle nicht nach auch wenn öfters ein paar Stegreiftöne die Einstimmigkeit trüben. Der 2. Bass übrigens hat mit 87,7 % (das ist 10 % über dem Durchschnitt) den besten Probenbesuch von allen vier Stimmen.

Sorgen bereiten mir zur Zeit die Lücken im 2. Tenor (die einen ausgeglichenen Chorklang stark beeinträchtigen) und manchmal auch jene im 1. Bass. Mit einem Probenbesuch von 73,3 % liegt der 2. Tenor doch 4 % unter dem Durchschnitt von 77,3 % und der 1. Bass bildet mit rund 71 % diesbezüglich das Schlusslicht. Wir stehen 4 Wochen vor unserem Herbstkonzert. Da weiß jeder, was von ihm erwartet wird. Und das nächste Singseminar am 3. Nov. könnte noch besser besucht sein als das letzte am 6. Oktober.

Ich komme zum Schluss und möchte mich bedanken: Zunächst bei allen Sängern - für ihren Einsatz, für die gute Zusammenarbeit und für die freundschaftliche Atmosphäre.

Ich möchte mich - in meinem persönlichen Namen und im Namen des ganzen Chores - bei unserem Vorstand herzlich bedanken, für die vielen Stunden, die er für den Verein investiert. Als Kopf (des Vereines) hat er auch das zweifelhafte Vorrecht, sich für die Schlampereien des Chorverbandes den Kopf waschen zu lassen.

Ich bedanke mich bei allen Mitgliedern des Vorstandes für die viele Arbeit im Interesse des Vereines, die - oft ungesehen - geleistet werden muss, damit das Organisatorische klaglos klappt.

Die Atmosphäre im Chor ist gut - und das ist schließlich mit ein Grund, mit einigem Optimismus in die Zukunft zu blicken.